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Ziel 1: Armut in allen ihren Formen und überall beenden Der Faire Handel hilft, Armut zu überwinden, indem er für seine Partner im Süden faire Handelsbedingungen schafft: Dazu gehören faire Löhne und verlässliche Preise, die das Einkommen der Produzentinnen und Produzenten erhöhen. Durch den Fairen Handel erhalten die Kleinproduzenten außerdem Zugang zum Markt. Langfristige Handelsbeziehungen geben Stabilität und Perspektive, sodass die Partner in ihre Zukunft investieren können. |
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Ziel 2: Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern Kleinbauern mit weniger als zwei Hektar Land liefern nach wie vor 70 Prozent der Nahrungsmittel weltweit. Die Kleinproduzent/-innen brauchen ein stabiles und langfristig planbares Einkommen, um in ihre Betriebe investieren zu können und langfristige Lebensmittelsicherheit für ihre Familien zu erreichen. Hier setzt der Faire Handel an, indem er die Produzent/-innen bei der Umsetzung nachhaltiger Anbaumethoden unterstützt, ein sicheres und stabiles Einkommen gewährleistet und den Aufbau starker Organisationen fördert, die Bauern den Zugang zu Märkten und Krediten erleichtern. |
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Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen Kleinbauernfamilien und Beschäftigte im globalen Süden leiden oftmals unter Lebensbedingungen, die gesundheitsschädlich sind. Der Faire Handel wirkt diesem entgegen. |
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Ziel 4: Eine integrative, gerechte und qualitative Bildung gewährleisten und Möglichkeiten für lebenslanges Lernen für alle fördern
Ein gleichberechtigter Zugang zu Ausbildung und informeller Bildung für Erwachsene und Jugendliche verbessert die Zukunftschancen für alle. Bauernfamilien und Beschäftigte im FAIRTRADE-System nutzen einen Teil ihrer FAIRTRADE-Prämie für die Bildung von Kindern, während die drei regionalen FAIRTRADE-Produzentennetzwerke erheblich in Schulungs- und Lernmöglichkeiten für ihre Mitglieder investieren. |
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Ziel 5: Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen 60 bis 80 Prozent aller Lebensmittel weltweit werden von Frauen produziert. Frauen in der Landwirtschaft machen in ärmeren Ländern einen Anteil von bis zu 70 Prozent der Arbeitskräfte aus. Nach Angaben der FAO kann die Zahl der Hungernden weltweit um 150 Millionen verringert werden, würde man Geschlechterungerechtigkeit endlich überwinden. Der Faire Handel legt besonderen Stellenwert auf die die Förderung von Frauen (Empowerment, Schulungen), damit diese sich gleichberechtigt an der Landwirtschaft beteiligen können, Arbeiterinnen auf Plantagen gerechte Löhne erhalten und letztlich über Mittel verfügen, ihre Zukunftschancen aus eigener Kraft zu verbessern. |
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Ziele 6, 14 und 15 – Alles über Wasser, Sanitärversorgung und Leben Ziel 6 – Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen Ziel 14 – Leben unter Wasser Ziel 15 – Leben an Land Wir betrachten diese drei Ziele als miteinander verbunden und als Teil des Gesamtbildes des Lebens auf unserem Planeten. Manche Menschen denken vielleicht, dass Fairtrade nur bessere Preise für Produzenten bedeutet, aber ökologische Nachhaltigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Standards und unserer Vision für die langfristige Stärkung der landwirtschaftlichen Gemeinschaften im globalen Süden. Laut den Vereinten Nationen „sterben jedes Jahr Millionen von Menschen, darunter auch Kinder, an Krankheiten, die mit unzureichender Wasserversorgung, sanitären Einrichtungen und Hygiene zusammenhängen. Wasserknappheit, schlechte Wasserqualität und unzureichende sanitäre Einrichtungen wirken sich negativ auf die Ernährungssicherheit, die Wahl der Lebensgrundlage und die Bildungschancen armer Familien auf der ganzen Welt aus.“
Der Zugang zu sauberem Wasser und angemessenen sanitären Einrichtungen kann für viele Fairtrade-Bauern und -Arbeiter ein Problem sein, aber es gibt Lösungen. Einige Organisationen haben die Fairtrade-Prämie (ein zusätzlicher Betrag, der auf den Preis von Fairtrade-Produkten aufgeschlagen wird) genutzt, um Toilettenanlagen, Brunnen und Wasserversorgungssysteme für ihre Mitglieder und die breitere Gemeinschaft zu finanzieren.
Die Wassernutzung und die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel sind ebenfalls entscheidende Faktoren für viele Fairtrade-Produzenten. Alle Nutzpflanzen benötigen Wasser zum Wachsen, und einige unserer Kleinbauern haben Schwierigkeiten, sich anzupassen, da der Klimawandel entweder mehr Regen (was zu Überschwemmungen führt) oder weniger Regen (was zu Dürren führt) bedeuten kann als dies seit der Gründung der Farmen historisch der Fall war. Fairtrade International hat einen Klimastandard eingeführt, der es Produzenten ermöglicht, ihren Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels zu leisten und sich gleichzeitig an den Klimawandel anzupassen.
Einige Produkte benötigen auch Wasser für die Verarbeitung. Bananen müssen vor dem Export in mehreren verschiedenen Bottichen gewaschen werden. Auf den ASOGUABO-Farmen in Ecuador werden komplexe Wasserfilter- und Recyclingsysteme eingesetzt, um den Verbrauch von Frischwasser zu minimieren.
Auch die „Nassmethode” zur Verarbeitung von Kaffeekirschen erfordert einen erheblichen Wasserverbrauch, weshalb viele Fairtrade-Produzenten die „Trockenmethode” anwenden, bei der die Kirschen auf Terrassen oder Gestellen ausgebreitet werden, um auf natürliche Weise in der Sonne zu trocknen. Dies erfordert zwar mehr Handarbeit, verbraucht aber viel weniger Wasser. Hier sehen wir Wilson Pedroso Lima und José Milton Bento, die in der Kaffeekooperative COOPASV in Brasilien Kaffee rechen, der in der Sonne trocknet. Foto: Didier Gentilhomme. |
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Ziel 7 Bezahlbare und saubere Energie Die Fairtrade-Prämie kann für saubere kommunale Energieprojekte genutzt werden. |
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Ziel 8: Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle Über eine Milliarde Menschen arbeiten in der Landwirtschaft. Der Agrarsektor beschäftigt weltweit ein Drittel aller Arbeitskräfte. Die Arbeitsbedingungen sind oft sehr prekär. Davon betroffen ist auch die Mehrheit der Handwerksproduzent/-innen. Inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum lässt sich nur erreichen, wenn Bauern über solide Existenzgrundlagen und alle Beschäftigten über einen vertraglich gesicherten Arbeitsplatz verfügen. Dazu gehört ein stabiles und sicheres Einkommen, mit dem sie nicht nur überleben sondern sich entwickeln können. Außerdem muss Sicherheit am Arbeitsplatz gewährleistet sein. Dafür setzt sich der Faire Handel ein: Stabile Mindestpreise, ILO-Kernarbeitsnormen – wozu auch die Verhandlungsfreiheit gehört – Ausschluss ausbeuterischer Kinderarbeit, unbefristete Arbeitsverträge, Sicherheit am Arbeitsplatz etc. |
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Ziel 9: Aufbau widerstandsfähiger Infrastrukturen, Förderung einer integrativen und nachhaltigen Industrialisierung und Unterstützung von Innovationen FAIRTRADE-Standards und Mittel wie die FAIRTRADE-Prämie bedeuten, dass Bauernfamilien und Beschäftigte die Kontrolle über Investitionen in ihre Unternehmen und Gemeinschaften behalten. Außerdem streben wir eine vollständige Rückverfolgbarkeit und Transparenz der Lieferketten an, damit die Produzent:innen fundierte Geschäftsentscheidungen treffen und ihre Beziehungen zu ihren Handelspartner:innen vertiefen können. |
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Ziel 10: Verringerung von Ungleichheiten Ungleichheit innerhalb und zwischen Ländern abbauen Wir fordern eine Handelspolitik und kollektive Maßnahmen, die allen Bauernfamilien und Beschäftigten größere Vorteile verschaffen. FAIRTRADE-Preise und -Prämien sind ein Sicherheitsnetz und unsere Strategien für ein existenzsicherndes Einkommen und existenzsichernde Löhne bieten einen Weg zu einem menschenwürdigen Lebensunterhalt für mehr Menschen. Eingliederungsbemühungen und wirtschaftliche Maßnahmen werden zu einer größeren Gleichstellung der Geschlechter, mehr Chancen für junge Menschen und einem Abbau von Diskriminierung führen. |
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Ziel 11: Städte und Siedlungen integrativ, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten Die Bauernkooperativen sind Stützen ihrer Gemeinschaften. Sie investieren Mittel der FAIRTRADE-Prämie in die Verbesserung der Infrastruktur und Dienstleistungen sowie in die Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel. |
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Ziel 12: Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen Für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster zu sorgen setzt voraus, dass Strategien und Marktstrukturen gefördert werden, die soziale Integration und wirtschaftliches Wohl innerhalb der planetarischen Grenzen begünstigen. Nachhaltigere Ergebnisse lassen sich erzielen, indem die vorbildlich agierenden Marktteilnehmer belohnt werden und ein Ansporn für diejenigen geschaffen wird, die noch keine fairen und ökologischen Standards in ihr wirtschaftliches Handeln integriert haben. Die Lösung findet sich in der geteilten Verantwortung: · durch eine gesetzlich verankerte Berichtspflicht für Unternehmen für ihre sozialökologische Verantwortung entlang der gesamten Lieferkette, · durch verbindliche Beschaffungsvorschriften für die öffentliche Verwaltung, · durch Anreize für Verbraucher, ihr Einkaufsverhalten auf ökologische und faire Produkte umzustellen. Der Faire Handel… · bringt bewusste Konsument/-innen und Produzent/-innen zusammen. · macht vor, wie nachhaltige Wirtschaftspraktiken und Unternehmensverantwortung entlang der Lieferkette funktionieren. · setzt sich durch Lobby- sowie Öffentlichkeitsarbeit für gerechte Handelspraktiken, Verbesserung der Spielregeln der globalen Wirtschaft, für nachhaltigen Konsum, Unternehmensverantwortung und verantwortungsvolle öko-faire öffentliche Beschaffung ein. |
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Ziel 13: Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen Die sich immer mehr häufenden Überschwemmungen, die Veränderung der Regen- und Trockenzeiten, Regenausfälle und zunehmende Dürreperioden stellen eine spürbare Bedrohung u. a. für die landwirtschaftliche Produktion auf beiden Seiten der Erdkugel dar. Der Klimawandel ist bereits seit Jahren eine der großen Herausforderungen für den Fairen Handel und droht seine positiven Wirkungen zu torpedieren. Der Faire Handel spielt eine wichtige Rolle bei der Anpassung an den Klimawandel und dessen Bekämpfung. Im Fairen Handel wird technische Unterstützung bei der Anpassung an den Klimawandel geleistet, werden klimafreundliche Produktionsweisen gefördert und Beratung zum Aufbau nachhaltiger Anbaumethoden gegeben. |
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Ziel 14 Leben unter Wasser schützen Ziel 14 und der Faire Handel greifen beim Schutz der Ozeane eng ineinander. Ein Beispiel ist fair gehandelter Fisch, wie etwa Thunfisch: Fischer:innen erhalten faire Löhne und eine Fairtrade-Prämie für soziale Projekte. Im Gegenzug verpflichten sie sich zur Einhaltung strenger ökologischer Standards. Durch schonende Fangmethoden, die Reduzierung von Beifang und den Verzicht auf zerstörerische Netze wird der Lebensraum Meer aktiv bewahrt. |
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Ziel 15: Schutz, Wiederherstellung und Förderung der nachhaltigen Nutzung terrestrischer Ökosysteme, nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder, Bekämpfung der Wüstenbildung, Eindämmung und Umkehrung der Landdegradation sowie Eindämmung des Verlusts der biologischen Vielfalt Die Anforderungen der FAIRTRADE-Standards und Praktiken für mehr Klimaresilienz werden den Druck auf Schutzgebiete und Wälder verringern und den Verlust der biologischen Vielfalt eindämmen. |
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Ziel 16: Friedliche und inklusive Gesellschaften im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und effektive,rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen Von Beginn an hat sich der Faire Handel auf den Aufbau demokratischer Strukturen konzentriert. Die Produzent/-innen werden ermutigt, Rechenschaft von ihren Organisationen einzufordern, lohnabhängig Beschäftigte von ihren Arbeitgebern sowie Verbraucher von Herstellern. Im Fairen Handel wird Empowerment großgeschrieben. Dazu gehört die Stärkung der Kapazitäten, die eigenen Interessen gegenüber Behörden und anderen Machtträgern zu vertreten sowie die eigenen Ziele auf nationaler und internationaler Ebene zu verfolgen. |
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Ziel 17: Umsetzungsmittel stärken und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen Die Machtverhältnisse entlang der Produktionskette sind ungleich verteilt. Markenhersteller und Händler teilen sich gut 80 Prozent des Werts einer Lieferkette. Produzent/-innen und Beschäftigte sind oft vom Zugang zu globalen Märkten, von der Teilhabe am Marktwert sowie von fairer Entlohnung ausgeschlossen und haben kaum Mitsprache- und Mitgestaltungsmöglichkeiten bei politischen Prozessen, die sie direkt betreffen. Verbindlichen Regelungen für gerechten Handel für alle kommt eine wichtige Hebelfunktion bei der Umsetzung der internationalen Entwicklungsziele zu. Z. B. sollte der Wert innerhalb der Lieferketten unter allen Beteiligten gerecht aufgeteilt sein. Die Fair Handels-Akteure sind mit relevanten Stakeholdern sehr gut vernetzt und vertreten die Interessen der Kleinproduzent/-innen auf der politischen Agenda |